Neuer Schwerpunkt „Zukunft Europas“, bedingungsloses Grundeinkommen und die 68er

Da bei den Bildungswerkstätten bald wieder die Planung für das nächste Jahr beginnt, habe ich mein Seminarangebot aktualisiert. Es gibt einen neuen Themenschwerpunkt und neue Angebote in den Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Themen biete ich aber natürlich für alle Interessierte an. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Seminare und den Themen für die Bildungswerkstätten.

Straßburg – Besuch Altstadt und Europaparlament

Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Arbeit von Politikern kennenzulernen als sie zu besuchen. Für eine Kombination aus Stadtbesichtigung und Politik lohnt sich Straßburg ganz besonders.

Neuer Themenschwerpunkt „Die Zukunft der EU“

„Europa ist unsere Zukunft, sonst haben wir keine“ sagte der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Aber wie sieht diese Zukunft aus? In diesem Themenschwerpunkt werden unterschiedliche Entwicklungen der EU aufgezeigt und Optionen für die Zukunft diskutiert.
Für ein Seminar können Themen auch kombiniert werden, ebenso ist eine Verteilung auf zwei Vormittage bzw. Abende möglich.

  • Quo vadis EU – Zukunftsszenarien für die EU
  • Nach der Brexit-Entscheidung – wie geht es weiter mit der EU und Großbritannien?
  • EU-Finanzminister, Euro-Haushalt, Europäischer Währungsfonds…– was steckt hinter den Ideen für die Wirtschafts- und Finanzpolitik der EU?
  • Donald Trump – ein Glücksfall für Europa?
  • „Wenn nur alle so wären, wie wir“ – taugt Deutschland als Vorbild für die EU?
Ist das bedingungslose Grundeinkommen ein Mittel für eine bessere Gesellschaft?

Unternehmenschefs, Politiker aus unterschiedlichen Parteien – die Bandbreite von Unterstützern des bedingungslosen Grundeinkommens ist breit. Welche Folgen hätte es, wenn tatsächlich alle Bürger monatlich eine fixe Summe bekommen würden – ohne jede Gegenleistung?
Ebenfalls neu im Bereich Wirtschaft aufgrund von Nachfragen ist das Thema Geld – dabei geht es von der Politik der Europäischen Zentralbank hin zu Alternativen wie Bitcoin!
Weitere Informationen zu meinen Angeboten im Bereich Wirtschaft finden Sie hier.

Die 68-er und die Integrationsdebatte als neue Seminare im Bereich Gesellschaft

Im Themenschwerpunkt Gesellschaft biete ich ebenfalls zwei neue Seminare. Im Seminar über die 68er Generation geht es darum, ob und wie diese Generation Gesellschaft und Politik in Deutschland verändert haben. Als Folge der Flüchtlingsdebatte steht im Seminar „Migration in Deutschland“ die Frage im Mittelpunkt, wie Deutschland die Integration der Flüchtlinge schafft.
Weitere Informationen zu meinen Angeboten im Bereich Gesellschaft finden Sie hier.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über Ihre E-Mail oder Ihren Anruf 07183/931562.

Nation – ein Phänomen, das selbst die Merkmale bestimmt, die sie bestimmen

Mit dieser etwas ungewöhnlichen Definition begann mein Vortrag bei der Mitgliederversammlung des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge Freudental.

Ein Volk wird zur Nation, wenn es als politisches Subjekt handeln will

Die Definition von Ernst-Wolfgang Böckenförde, einem ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts überzeugt mich am meisten, denn man kann einem Volk, das sich als Nation fühlt, diese Eigenschaft kaum absprechen.
Es gibt noch viele weitere Definitionen und Erklärungen, die aber in dem Punkt einig sind, dass die Entstehung von Nationen nichts natürlich Vorgegebenes sind, sondern ein sozialer Prozess. Im Unterschied zu anderen Ideologien, wie z.B. dem Kommunismus und Liberalismus verfügt die Idee der Nation über kein klares theoretisches Fundament, die Wirkung ist dennoch stark -viele Menschen sind bereit, für diese Idee zu töten und zu sterben.

Nation als Thema bei meinen Seminaren

Bei meinen Seminaren erläutere ich dieses komplexe Phänomen natürlich ausführlicher und zeige an konkreten Beispielen, wie Nationen entstanden sind. Gerade in Zeiten, in denen der Nationalismus in vielen Ländern wieder auf dem Vormarsch ist, ist es wichtig, sich mit diesem Phänomen kritisch auseinanderzusetzen. Das Thema war bereits Schwerpunkt meines Studiums und es freut mich, dass sich einige Bildungswerkstätten der Schiller-Volkshochschule Ludwigsburg bereits für dieses Thema entschieden haben.

Die Ehemalige Synagoge Freudental – ein Ort der Begegnung, des Gedenkens und Lernens

Besonders gefreut hat mich, dass ich am 30. Mai für das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Freudental zum Phänomen Nation referieren konnte.
Die ehemalige Synagoge ist ein bedeutender Ort der Geschichte und Kultur in Freudental. Das wiederhergestellte Gebäude dient heute als Ort der Begegnung, des Gedenkens und Lernens. Alle Bemühungen des Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge sind auf das Lernziel Demokratie und Toleranz ausgerichtet. Der Verein bietet Studienfahrten und zahlreiche Veranstaltungen, weitere Informationen finden Sie auf der Homepage.

Leichte Sprache ist keine einfache Sache

Die Forderung und auch die Verwendung leichter Sprache werden immer populärer. Leichte Sprache ist ein wichtiges Element, um allen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen.
Bei meinen Seminaren für Menschen mit Behinderungen versuche ich, leichte Sprache zu verwenden. Auch in meinen Artikeln und zuletzt bei der Erstellung einer Hilfestellung zur Durchführung europapolitischer Bildungsangebote steht das Thema im Mittelpunkt.

Leichte Sprache ist keine einfache Sache

Leichte Sprache ist keine einfache Sache, wie Seitz (2014) zu Recht feststellt: „Es geht darum, Zugänge zu komplexen Sachzusammenhängen zu ermöglichen, die Zusammenhänge aber nicht unangemessen zu vereinfachen, sondern auf das Wesentliche hin zu konzentrieren, gewissermaßen eine Essenz des Textes zu erschließen.
Viele Internetseiten bieten mittlerweile Versionen in einfacher Sprache und insbesondere vor Wahlen bieten sowohl Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung und auch Parteien Informationen in leichter Sprache.

Informationen für ein selbstbestimmtes Leben

Leichte Sprache kann damit Menschen mit Behinderungen helfen, sich Zugang zu Informationsinhalten zu verschaffen, es ist ein „Schlüssel zur Enthinderung der Gesellschaft und zu mehr Selbstbestimmung“ (Aichele 2014: 15). Leichte Sprache sichert den Teilnehmenden „den Zugang zu einem Wissen, das notwendig ist, um eigene Rechte zu vertreten und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können“ (Seitz 2014: 5).

Chancen und Gefahren leichter Sprache

Aber es gibt auch kritische Stimme, so befürchtet Zurstrassen (2015: 130ff), dass leichte Sprache Exklusion sogar verfestigen könnte. Sie sieht durch die Sozialisierung in Richtung leichter Sprache eine Ausgrenzung, die Entwicklungschancen einschränkt und verweist auf die Gefahr von interpretativen Übersetzungen. In der Tat entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass sich im Rahmen der Inklusionsdebatte eine eigene Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt hat. Die leichte Sprache hat sich zu einem Wirtschaftszweig entwickelt, bei dem Übersetzungsbüros viel Geld verdienen können.
Ich sehe überwiegend Chancen, denn der Einsatz von leichter Sprache anstelle von Fachchinesisch oder guter Erklärung von notwendigen Fremdwörtern könnte allen Menschen das Verständnis für Politik erleichtern (Lutz 2016). die Vermeidung oder gute Erklärung von Fremdwörtern und die Verwendung von Bildern und Symbolen bei Präsentationen.

Beliebte Broschüren in leichter Sprache

Das Interesse an den Broschüren in leichter Sprache ist riesig und spricht offensichtlich auch Menschen an, die eigentlich gar nicht zur Zielgruppe gehören. Vielleicht können auf diesem Weg auch andere sogenannte politikferne Schichten erreicht werden. Dasselbe gilt für Parteiprogramme: wer hat schon Zeit und Lust alle ausführlichen Programme zu lesen? Und außerdem: wer es nicht schafft in leichter Sprache zu überzeugen schafft es vermutlich auch nicht mit dem „richtigen“ Programm.
Besonders populär sind Broschüren zur Wahlen, mit der Reihe „einfach Politik“ bietet die Bundeszentrale für politische Bildung auch Informationen zu anderen Themenfelder, so z.B. zu Europa und dem Thema Asyl.

Literaturhinweise

Aichele, Valentin (2014): Leichte Sprache – Ein Schlüssel zu „Enthinderung“ und Inklusion, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 9-11/2014. Leichte und Einfache Sprache, S. 19-25.

Bundeszentrale für politische Bildung  (2015): einfach Politik:  Ein Heft über: Die Europäische Union.
Bundeszentrale für politische Bildung (2016): einfach Politik: Flucht und Asyl.

Lutz, Jürgen (2016): Politische Bildung mit Menschen mit Behinderungen. In Der Bürger im Staat, 2016/1, Seite 74-80.

Seitz, Simone (2014): „Leichte Sprache? Keine einfache Sache“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 9-11/2014. Leichte und Einfache Sprache, S. 3-6.

Zurstrassen, Bettina (2015): „Inklusion durch Leichte Sprache? Eine kritische Einschätzung“, in: Dönges, Christoph/ Hilpert, Wolfram/ Zurstrassen, Bettina (Hg,): Didaktik der inklusiven politischen Bildung, S. 126-138.

Artikel in LpB-Zeitschrift „Bürger und Staat“

Lpb_BWDie Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift „Bürger und Staat“ der Landeszentrale für politische Bildung behandelt das Thema Inklusion. Darin ist auch ein Artikel von mir. In dem Beitrag „Politische Bildung mit Menschen mit Behinderungen“ erläutere ich, wie inklusive politische Bildung funktionieren kann. Besonders geeignet sind Wahlen und Besuche von Politiker/innen. Bei der Methode ist auf leichte Sprache zu achten.

Meinen Artikel bestellen oder Zeitschrift laden

Sie können die Zeitschrift über die Homepage der Landeszentrale bestellen oder herunterladen. Mein Artikel steht auf den Seiten 74 bis 81.

Artikel zur politischen Bildung in „Außerschulische Bildung“

Arbeitskreis_deutscher_BildungsstättenNach einiger Zeit hatte ich mal wieder die Chance, meine Arbeit für Menschen mit Behinderungen in einer Zeitschrift vorzustellen.

Die Arbeitsgemeinschaft Außerschulische Bildung gibt eine Zeitschrift zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung heraus. Die erste Ausgabe 2015 beschäftigte sich mit „Heterogenität und Differenz in der politischen Bildung„.

Politische Bildung für Menschen mit Behinderungen

In meinem Beitrag über „Politische Bildung für Menschen mit Behinderungen“ berichte ich über die meine langjährigen Erfahrung mit politischen Bildungsseminaren. Neben geeigneten Methoden beschreibe ich mögliche Themen, wie z.B. Wahlen und Gespräche mit Politiker/innen. Der Artikel steht in der Rubrik „Politische Bildung praktisch“ von Seite 44 bis 49.

Gender Parlament ermöglicht Jugendlichen Partizipation im Landtag

Grüne_LandtagIm Juli 2012 veranstaltete die grüne Landtagsfraktion ein Gender Parlament, bei dem ich mitgewirkt habe. An diesem Tag konnten 150 Schüler/innen bestimmen, wo es in der bayerischen Gleichstellungspolitik lang gehen soll.

Diskussionen über Geschlechterungerechtigkeiten

In sechs Ausschüssen diskutierten die Jugendlichen mit Expert/innen über Geschlechterungerechtigkeiten und -konstruktionen und brachten engagiert ihre Forderungen ein. In der abschließenden Plenarsitzung stellten die Teilnehmer/innen sehr professionell die Anträge und Anfragen aus ihren Ausschüssen vor. Toll auch die Ergebnisse des Presseteams, das mit Unterstützung einer Journalistin über die Arbeit in den Arbeitsgruppen berichtete.

Dokumentation der Veranstaltung auf der Homepage

Neben der Unterstützung bei der Vorbereitung war ich für die Gestaltung der Seite auf der Homepage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zuständig. So konnte ich meine beiden Schwerpunkte Reden und Schreiben verbinden.

Einmischen, mitmischen, mitmachen – Kongress in Rheinsberg

Bundesverband_ev_Behindertenhilfe„Einmischen, mitmischen, mitmachen“. Unter diesem Motto hat vom 5.-8. Februar 2012  der dritte vom Bundesverband evangelische Behindertenhilfe ausgerichtete Kongress für Menschen mit Behinderung, Angehörige und Assistent/innen in Rheinsberg stattgefunden.

Mitmischen in Stadt und Gemeinde

Gemeinsam mit Torsten Steinbach von Inclucity Cologne habe ich den Arbeitskreis „Mitmischen in Stadt und Gemeinde“ geleitet. Inclucity ist eine tolle Initiative, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Eine Methode haben wir auch gleich ausprobiert: In verschiedenen Gruppen sind wir durch Rheinsberg und die Barrierefreiheit von Lokalen, Geschäften und des Öffentlichen Nahverkehrs geprüft. Diese präsentierten erstaunliche Ergebnissen, wie der Bericht beweist. Der ganze Kongress und die Arbeit des Bundesverbands sind sehr beeindruckend.

Easy Uni – Bildung ist für alle da

easy-uniNach einiger Vorbereitungszeit startete im Oktober 2007 die Easy Uni. Nachdem ich bereits seit einigen Jahren politische Bildungsseminare an der Diakonie Stetten angeboten habe, wurde dies nun auf andere Themenbereiche ausgeweitet.

Die Easy Uni wurden von den Kooperationspartnern VHS Unteres Remstal und Diakonie Stetten ins Leben gerufen. Es wird unterstützt von der Paul-Lechler-Stiftung.

Auftaktveranstaltung „Bildung ist für alle da“

Bei der Auftaktveranstaltung ging es um das Thema Bildung, zahlreiche weitere Themen sollten in den folgenden Monaten finden. Auch die Waiblinger Zeitung berichtete über das Projekt Easy Uni – Bildung ist für alle da. Informationen zu aktuellen Angeboten der Easy Uni finden Sie auf der Homepage der VHS Unteres Remstal.

„Integrative politische Bildung – eine Quadratur des Kreises?“

GesebIst integrative politischen Bildung möglich? Diese Frage stellte sich mir auch schon 2004, lange vor der aktuellen Debatte über Inklusion. Als ich die Dokumentation der Tagung der „Gesellschaft für Erwachsenenbildung und Behinderung“ in den Händen hielt, war ich überrascht, dass nicht nur – wie erwartet – die Dokumentation meines Workshops über das Seminar „Europa – was bedeutet das für uns?“, sondern auch mein Bericht aufgeführt war, den ich als Antwort auf die vielfältige Kritik geschrieben habe.

Kontroverse zur inklusiven politischen Bildung

Nach scharfer Kritik hatte ich eine Antwort an die Kritiker/innen geschrieben, die dann im Buch abgedruckt wurde. In dem Beitrag verteidige ich meine Position, die ich auch heute noch habe: Bildungsangebote, die nicht allen Kriterien der Inklusion entsprechen, sind immer noch besser als gar keine Angebote.

Informationen zur Schriftenreihe der GEB finden Sie hier. Meine Beiträge „Integrative politische Bildung – eine Quadratur des Kreises?“ und „Europa – was bedeutet das für uns?“ erschienen in der Buchreihe „Erwachsenenbildung konkret“ unter dem Titel: „Mitdenken – Mitreden – Mitwirken. Politische Bildung mit allen und für alle Menschen“,  herausgegeben von Anne Rieg-Pelzer und Bernd Wilder.